Götterglaube

Beim serenaischen Götterpantheon handelt es sich um einen klassischen Zwölfgötterglauben, frei nach der griechisch/römischen Mythologie. Nicht alle Menschen in La Serena glauben daran, dazu ist La Serena viel zu sehr ein Schmelztiegel der Arten und Rassen. Die großen Familien allerdings sowie alteingesessene La Serenaier handeln treu nach diesem Glauben und den Vorstellungen ihrer persönlichen Lieblingsgötter.

Name Monat Eigenschaft Zuordnung im Buch Lukull
Sole
(rot-gold)
August Vater, Wetter, Kraft, Mann Schwarzpulver, Fleisch, Piment
Bacchus
(weinrot)
September Ausschweifung, Genuss Wein, Trauben, Zimt
Pero
(braun)
Oktober Jagd Wildfleisch, Wachholder, Lorbeer
Hora
(silber)
November Tod, Vergänglichkeit, Zeit Rosmarin, Weihrauch
Sapia
(lila)
Dezember Gelehrsamkeit, Magie, Weisheit Kakao
Vara
(dunkelgrün)
Januar Mutter, Herd und Heim Galgant
Cessa
(weiß)
Februar Kälte, Winter Minze
Demetria
(hellgrün)
März Natur, Leben, Heilkunde Kräutermischung
Ocotopo
(blau)
April Wasser, Meer Wasser, Algen, Fisch, Salz
Aya
(pink)
Mai Leidenschaft, Liebe, Musik Spargel, Äpfel, Zucker, Lavendel
Vendo
(gelb)
Juni Handel Safran
Fuoco
(rot)
Juli Feuer, Kampf Ochsenfleisch, Paprika, Pfeffer

Die Lukulltisten
Große Familien haben so ihre eigene Dynamik. Das ist im serenaischen Götterpantheon nicht anders als irgendwo sonst in den Südlanden. Da liebt eine Mutter die Tochter mehr als den Sohn oder der Vater verguckt sich regelmäßig in eine andere. Schon ist das Drama da. Aus solch einem familiären Ungleichgewicht entstand auch der Kult des Lukull.

Lukull war der Sage nach der rechtmäßige Sohn des großen Bacchus, dem Gott der Weinlese, der Freude und des Genusses sowie seiner Gemahlin Demetria, der Göttin der Natur und der Heilkunde. Schon bald zeigte sich, dass das Kind das feine Gemüt der Mutter geerbt hatte. Bereits als Knabe verfügte er über ein großes Geschick im Zubereiten von erlesensten Speisen. Dem Vater blieb der Sohn mit seinem künstlerischen Sinn jedoch fremd.
Da begab es sich, dass Bacchus eines Tages auf einer Waldlichtung eine wunderschöne Nymphe erblickt und sofort in Liebe zu ihr entbrannte. Bald danach entstand aus dieser Verbindung Bacchus Sohn Satyrion, der bis heute als Bacchus Liebling und der Stammvater aller Satyrn, Faune und Pane gilt.
Demetria verging vor Gram über diesen Verrat ihres Gemahls und ließ über viele Jahre, aus Kummer, die Ernte verdorren und das Getreide verhageln.
[1]Erst als Lukull, ihr geliebter Sohn, sich von Bacchus lossagte und der Mutter schwor, seinen Vater und dessen Ausschweifungen bis zu dessen Ende zu bekämpfen, beruhigte sich die Göttin.

Die Lukullltisten verstehen sich als Streiter in diesem Kampf. Sie verehren den großen Lukull als einen Gott des Genusses und der Annehmlichkeit, aber auch des rechten Maßes und Rechtmäßigkeit. Als solche sind sie es, die in La Serena die großen Bankette entwerfen, die Speisen segnen und über das gesittete und vornehme Verhalten der Bürgerschaft wachen.
Doch, wie sagt ein Sprichwort der Lukulltisten: „Attentione viatore, baccanali richiami sono ovunque e la carne é debole!” (Hüte dich Wanderer, die bacchantischen Verlockungen sind überall und das Fleisch ist schwach.)



[1]
Die Magier der Accademia verorten dieses Geschehen in der großen Dürre von 223, vergl auch: Orseolo, Ottone: P. 33